Balvenie

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Sonntag, 26. August 2012

Schilde - Golden Virginia #4

Wenn man über einen seiner Allday-Smokes berichten darf, dann fällt einem das nicht schwer. Man muss dabei natürlich aufpassen, dass man die rosa-rote Brille absetzt und wenigstens im Ansatz versucht neutral zu bleiben. Der persönlichen Begeisterung tut das keinen Abbruch, denn es wäre ja kein sog. Allday-Smoke, wenn der Tabak einem persönlich nicht besonders gut schmecken würde.

 
Nehmt es also als persönliche Empfehlung oder seht es ganz einfach als eine eigene Meinung, die ich hier kund tue. Selten traf ich bei einer Beschreibung auf der Dose auf solch eine „Wahrheit“: "Eine Virginia-Spezialität: Drei verschiedene, leicht süße und milde Virginia-Tabake ergeben einen mild würzigen Tabak, den man den ganzen Tag rauchen kann." Für einen Freund der naturnahen Tabake kann das exakt so zustimmen. Ein hell – mittelbrauner Tabakstrang liegt in der 200 g-Dose, einfach lecker. Man kann den Stoff selbstverständlich auch in einer 100 g-Dose bekommen, aber es scheint tatsächlich so zu sein, dass der „Golden Virginia #4“ bei den Virginia-Spezialitäten von Pfeifen Schilde in Essen der meist verkaufte ist, so dass sich die „Triebtäterdose“ durchaus lohnt.

In der richtigen Konsistenz ist das Knicken und Falten überhaupt kein Problem, das Anzünden noch weniger. Na ja, ich empfinde diese Virginias schon als sehr süß, ich gebe aber dem Hersteller recht, wenn er behauptet, dass die Würze überwiegt. Wahrscheinlich ist es genau das, was diesen Flake so lecker macht. Er ist mittelkräftig, aber die wahre Stärke dieses Tabaks liegt in seiner Unkompliziertheit. Da jetzt einen Vergleich zu nennen fällt mir schwer. Es gibt sicherlich zahlreiche Virginia-Flakes, die ähnlich schmecken und ähnlich unkompliziert von der Hand gehen. Aber der kleine Tick ist es, den Kohlhase & Kopp hier gezaubert haben.

Da das Ganze auch noch zu einem erschwinglichen Preis zu haben ist, macht es die Sache noch interessanter. Obwohl die äußerliche Aufmachung an sich ernüchternd ist, steckt darin ein grandioses Kraut für den Fan naturnaher Mischungen, die sich zudem in Form eines Flakes gerne erfreuen. Also, ein Tipp, nach wie vor, und hoffentlich noch lange bei Schilde im Programm!

Freitag, 17. August 2012

McClelland - Beacon

Nach dem Öffnen dieser Dose erschlägt einen der berühmte Essig-Duft und ich gebe zu: Ich mag das. Ja, ich erwarte das sogar! Da lächelt mich ein dunkler Broken Flake an, ganz offensichtlich Virginia, und der leicht saure Perique wirkt auf mich betörend. Ein Problem bringen diese Amis im Vergleich zu den heimischen Produkten immer wieder mit sich: Das Kraut ist oftmals einfach zu feucht. Und vor allen Dingen: Mit etwas Luft, dem Ablüften, offenbaren die McClellands zu oft ungeahnte Nuanchen, sozusagen die Highlights stecken wirklich im Detail.

 
Das ist beim „Beacon“ nicht anders. Klar, das Zeug ist süß, schmeichelt am Gaumen ungemein. War mir der Perique nach dem direkten Öffnen der Dose noch zu direkt, so ist er nach ca. einer Woche geöffneter Dose ganz einfach ein Gedicht. Selbst dieser im Geruch festgestellte Lemon-Duft macht sich im Rauch beim schmauchen bemerkbar, und zusammen mit dem Perique harmonieren wirklich erstklassige Tabake.

Schnell wird klar, dass McClelland für einen Virginia-Liebhaber wieder ein großer Wurf gelungen ist. 2009 startete dieser Tabak für einen gewissen Bob Hamlin und seinem „Pipe Collectors Club of America“ und sollte ausschließlich dort zu beziehen sein. Doch dann entschied sich der Hersteller dazu, dieses Vorhaben abzubrechen und die McClelland-Fangemeinde mit einzubeziehen. Sehr gute Idee, wie ich finde.

Ein mittelgroßer Pfeifenkopf ist vollkommen ausreichend, hier kann sich das natürliche Aroma schön entfalten. Ein US-Amerikaner, durchaus mittel - kräftig, den man sowohl, als auch, also mit und ohne Filter, gleichermaßen genießen kann. Mittelgraue Asche, auch typisch, ein „natürlicher“ Raumduft, vielleicht etwas vom Perique dominiert. Viel mehr braucht man nicht zu sagen, Ein hochwertiges Produkt, bei dem es abermals jammerschade ist, dass man ihn nicht ohne weiteres in Deutschland bekommt. Unsere Freunde aus der Schweiz haben da etwas mehr Glück!

Montag, 13. August 2012

Mac Baren - Mixture Modern - Danish Blend

Ein Pouch, der eher zufällig bei mir gelandet ist. Ich hätte mir diesen Tabak wahrscheinlich nicht gekauft. Zu sehr drängt es mich sprichwörtlich zum Original. Aber nun ist die „Mixture Modern“ nun mal da und ich muss sagen, dass das kein schlechter Stoff ist.

Angeblich die milde Variante der „Mixture- Scottish Blend“. Die Frage, die sich mir als erstes stellt: Wer braucht so etwas? Okay, seit einigen Jahren ist diese Mischung im Programm, ich gehe davon aus, dass es durchaus Fans gibt. Ich ziehe bewusst kaum Vergleiche zur „Mixture – Scottish Blend. Warum? Ich bin da voreingenommen, ich möchte nicht mit einer etwaigen „Light-Version“ am Thron wackeln.

 
Virginias und Black Cavendish, dazu eine kleine Portion Burley, schmecken in diesem Fall durchaus markant, mit einem typischen Mac Baren-Aroma, leicht würzig und eigentlich auch mit genügend Power. Man darf einfach nicht wie ein Geisteskranker an der Pfeife ziehen, weil die Pfeife ultra heiß wird. Aber wo darf man das? Vernünftig geraucht kann die Mixture Modern“ eine Alternative darstellen. Dieser Tabak ist solide und hat Qualität.

Leicht zu stopfen, ein spürbares Aroma beim Öffnen des Pouches, ein angenehmer Duft im Raum, Kondensat im erträglichen Maß und eben das gesagte typische Mac Baren-Aroma machen den „Danisch Blend“ zum Spaß, leicht bis mittel kräftig und sehr gern in allen möglichen Pausen her genommen. Einfach rauchen und genießen, das ist hier die Devise. Nichts anderes gilt. Ansonsten: „Mixture – Scottish Blend“, das ist dann für den Mac Baren-Liebhaber einfach eine Klasse höher!

Mittwoch, 8. August 2012

W.O. Larsen - Classics

Ein netter Pfeifenfreund hat mir für diesen Blog einen fast vollen Pouch des W.O. Larsen „Classics“ überlassen. Ich verrate kein Geheimnis, dass dieser Freund mit der Aufschrift „Fine & Elegant“ nicht ganz so viel anfangen konnte. Ich habe inzwischen 4 Füllungen davon geraucht, eine fünfte wird es wahrscheinlich nicht mehr geben. Und trotzdem möchte ich versuchen, möglichst fair über diesen Tabak zu urteilen.

Die geöffnete Verpackung verströmt einen blumigen, aber auch etwas künstlichen Duft. Im Ribbon Cut finde ich sogar vereinzelt Flakestückchen. Es handelt sich um eine Mischung aus Virginia-, Black Cavendish und Burley-Tabaken. Der Tabak ist einfach in die Pfeife einzubringen, das Anzünden geht auch leicht von der Hand.


 Zunächst spüre ich ein süßliches Aroma, leicht fruchtig, mit etwas Karamell und auch Schokolade. Durchaus angenehm, aber schnell merke ich auch, dass mir dieser W.O. Larsen einfach viel zu leicht ist. Raucht man das Zeug dann mit Filter, so wie ich, dann zieht man sich schnell Falten in den Sack, was die Pfeife sofort mit Hitze quittiert und der Tabak sein Aroma versteckt. Also wenn schon, dann langsam rauchen.

Nach etwa einem Drittel verliert der Tabak meines Erachtens ein bis dahin ordentliches Aroma, im Mund wird er leicht pappig und klebrig. Ein Wiederanzünden mag der „Classics“ auch nicht so gerne, er kann dann bitter werden. So komme ich schnell zu dem Ergebnis, dass ich hier zwar noch nicht von einer „Rauchpappe“ sprechen möchte, aber mit so grandiosen Tabaken des selben Herstellers, wie beispielsweise „#50“ oder gar „#32“, hat diese Mischung wenig bis gar nichts gemeinsam.

In der Pfeife bleibt graue Asche übrig, der Filter ist ordentlich feucht, der Raumduft ist angenehm. Mehr gibt es von mir dazu nicht zu sagen.