Balvenie

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Montag, 18. Februar 2013

Roman Peter - Zigeuner

Diesen Tabak habe ich schon vor geraumer Zeit für mich entdeckt, aber erst vor kurzem kam ich endlich mal wieder zu einem 50 g-Beutel. Gem. „political incorrectness“ nach deutschem Verständnis nennt der Schweizer Roman Peter diese Mischung „Zigeuner“. Gleich vorweg: Roman Peter zeigt mit dem „Zigeuner“, dass er ein wahrer Meister der Mischungskunst ist. 

 
Öffnet man den Beutel, dann ist es, so wie auf der Website beschrieben, wirklich urig. Aromatisch süßlich, eine ländliche Duftnote. Das funktioniert mit etwas Fantasie durchaus. Heuig, blumig... das trifft es! Ein Ready Rubbed Virginia, überwiegend mittelbraun, ein paar helle und auch ein paar dunkle Virginias.

Von der Handhabung mehr als anfängerfreundlich ist der etwas größere Pfeifenkopf schnell und unkompliziert gestopft, und ebenso schnell angezündet. Ich gebe zu, dass es mir schwer fällt zu glauben, dass der „Zigeuner“ nicht doch in irgend einer Art und Weise aromatisiert, bzw. geflavourt wurde. Bloß mit was?? Ein Gaumenschmaus, leicht bis mittelstark, einzigartig, mild, sehr, sehr süß, in manchen Momenten dezent säuerlich, sanft und absolut stimmig. Dazu sehr gutmütig, eine Mischung, die vieles verzeiht. Auch ein Wieder-anzünden tut dem Geschmack keinen Abbruch. Der Tabak verliert in keinen Fall von Beginn bis zum Ende etwas von seiner Güte. 


Im Fall des „Zigeuner“ ist Roman Peter ein Mischungskünstler und Tabakmeister vor dem Herrn. Wer sich in Süddeutschland unweit der schweizerischen Grenze befindet, der sollte mal den Abstecher nach Affoltern wagen. Dort erwarten den Pfeifenraucher superbe Tabake und nicht zu vergessen, tolle, von Hand gefertigte Pfeifen. Roman Peter und sein „Zigeuner“? Absolute Empfehlung, für naturnahe Freunde, aber auch Aromatenfreaks.

Freitag, 8. Februar 2013

Cornell & Diehl - Briar Fox

Ja, doch, es stimmt. Über Geschmack lässt sich trefflich streiten! Bereits vor ein paar Jahren wurde ich ein Freund von diesem Tabak. Cornell & Diehl's „Briar Fox“ ist einer von den US-Tabaken, mit denen ich zeitig Bekanntschaft machte. Schnell war mir klar, dass dieser Virginia nicht nur von seiner Darreichungsform, sondern insbesondere auch durch seinen Geschmack zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. So auch jetzt wieder, als mir ein lieber Pfeifenfreund den „Briar Fox“ überließ, weil er offensichtlich nichts mit ihm anfangen kann. Und der Mann hat im Grunde genommen Recht. „Love it or hate it“ sagte schon Ralf Dings, und genau so ist es. Der Reihe nach:

Der „Briar Fox“ ist angeblich der persönliche Lieblingstabak vom großartigen dänischen Pfeifenmacher Peter Heeschen. Das mag stimmen oder auch nicht, als PR-Aufschrift auf der Dose allemal geeignet. Ein sog. Crumble Cake, oder wie die Amerikaner auch mal gerne schreiben: Ein „Krumble Kake“. Dabei handelt es sich um einen locker gepressten Tabakkuchen, der mit der Hand zerrieben werden muss. Und so befinden sich im Döschen zwei Blöcke, mittelbraun, an wenigen Stellen hell, und es sind auch ganz wenige dunkle Streifen zu entdecken.


Im Geruch wirklich sehr virginia-typisch, außerordentlich streng in der Nase, heuig, etwas Essig und somit dezent sauer, aber auch etwas nussig.

Den „Briar Fox“ lässt man gemütlich und locker in den Kopf rieseln und prompt zündet er. Da gibt es kein Problem, um einen gleichmäßigen Brand zu erzeugen. Ein Zündholz kann durchaus ausreichen. Er bäumt sich auf, deswegen bitte den Pfeifenkopf nicht bis zum Anschlag füllen. Es ist ein Virginia, der überraschend ganz und gar nicht süß ist. Nein, ganz im Gegenteil. Sehr bodenständig, was ein absolut langsames Ziehen verlangt. Der Tabak verzeiht eine zu große Hast im Rauchverhalten, wird allerdings dann vollkommen bedeutungslos und langweilig. In kurzen Momenten nimmt man etwas Saures war, was mich manchmal zu der Annahme kommen lässt, dass hier etwas Perique zugemengt wurde. Da ist auch eine gewisse Würze. Der „Briar Fox“ ist ein anspruchsvoller Tabak, denn er wirkt über lange Zeit nicht rund und gleichmäßig. Er kann schnell bedeutungslos werden, offenbart aber auch immer wieder kurzzeitige und überraschende Anflüge von etwas Besonderem. Geradezu nussig wirkt er dann am Gaumen. Im Ergebnis also sehr komplex, und man braucht wohl einige Füllungen, um ihn zu definieren.

Im letzten Drittel wandelt sich der „Briar Fox“ zu einem geschmeidig und cremigen Raucherlebnis. Dann ist er nicht mehr spannend, aber im Grunde genommen nebenher zu rauchen.

Die Raumnote hält kaum Überraschendes bereit, im Kopf verbleibt eine recht dunkle Asche. Die Kondensatbildung ist erfreulich gering. Es ist ein mittelstarker Virginia-Tabak, der wirklich sehr speziell ist. Nein, kein Tabak, um mal von der aromatischen in die naturnahe Ecke reinzuschnuppern. Dafür ist er zu anspruchsvoll und vor allen Dingen zu speziell. Aber derjenige, der sich fast ausnahmslos den Virginias zugehörig fühlt, der sollte, ja der MUSS im Grunde genommen hier mal zugreifen. Also bei Gelegenheit.....

Ich habe Phasen, da kann ich absolut auf ihn, in anderen Momenten verzichte ich gerne. Je nach Stimmung ein Highlight oder eben doch ein schwierig einzuordnender Kandidat. Da wird sicherlich jeder für sich zu einem individuellen Ergebnis kommen.

Sonntag, 3. Februar 2013

Mac Baren - Virginia N° 1

Ich denke, man kann so, oder eben so zur Pfeife finden. Die spannendste Frage ist wohl immer, ob der Interessent bei der Pfeife bleibt oder vielleicht ziemlich schnell vollkommen entnervt aufgibt. Einer der Beweggründe, warum Neulinge lieber wieder schnell zur Zigarette greifen, ist der, dass sie der Tabakgenuss nicht schnell genug überzeugt. Da mag es zahlreiche Faktoren geben, darüber wurde schon in epischer Breite philosophiert. Aber der Tabak, der dem Newbie zur Verfügung steht, spielt sicherlich eine große Rolle.


Nun ist es in Deutschland eben so, dass eine große Zahl an Pfeifenrauchern keinen wirklich überzeugenden Tabakdealer um die Ecke hat. Gott sei Dank gibt es im Internet Foren, Youtube etc., wo man erfährt, welche Köstlichkeiten auf einen warten können. Man muss in der Diaspora schon froh darüber sein, wenn sich der lokale Dealer vom Vertreter hat dazu überzeugen lassen, neben solchen Rauchpappen wie beispielsweise von Holger Danske, gute und überzeugende Mac Baren-Produkte ins Regal zu stellen.

Als ich neulich meinen Tabak versehentlich zu Hause gelassen hatte, da stand ich nach langer Zeit mal wieder vor dem Problem, dass ich mir mal auf die Schnelle einen guten Stoff besorgen musste. Rein ins gute Stübchen und da standen die Tabake von Mac Baren. Neben all den grausamen Luftverpestern, die nichts anderes tun, als auf der Zunge beißen und somit für mich genau DIE Garanten dafür sind, dass dauerhaft niemand bei der Pfeife bleibt.

Da stach mir der „Virginia N°1“ wieder ins Auge. Ein Tabak, den ich schon ewig nicht mehr geraucht hatte. Aber er kam mir gerade recht. Sofort geöffnet.... tja, zwischen gar keinem feststellbaren Aroma und einem dezenten Casing... da liegen manchmal nur Nuancen. Der „Virginia N° 1“ trägt solche Nuancen mit sich. Honig? Wie oftmals beschrieben?? Ich weiß nicht.... Mac Baren-typisch? Ja.... das auf alle Fälle! 

 
Der Tabak riecht echt, ehrlich, natürlich. Ein Ready Rubbed, wie auf der Dose beschrieben?? Sehr, sehr grob... mit zahlreichen Flakestückchen. Diese sind eher hell und ein Teil der Mischung ist etwas dunkler. Wer Probleme mit dem Stopfen und dem Anzünden hat, der kann ja ein ein bisschen rubbeln. Nach dem Anzünden befindet sich ein „Pfeifenlehrer“ im Pfeifenkopf. Denn dieser Tabak kann bei nicht vorhandener Konzentration und eher hektischem Ziehen zum Beißwunder werden und den Eindruck eines nichtssagenden Qualmgetöses hinterlassen. Auf der anderen Seite offenbaren sich angenehme, schnuckelig süße Aromen, die ausschließlich vom Tabak stammen. Auch einer von diesen: „Wer den rauchen kann, schafft auch alle anderen“!.

Der Mac Baren „Virginia N° 1“ ist sehr bodenständig. Er ist kein Kraut, um mal eben nebenher geraucht zu werden. Aber mit ordentlich Aufmerksamkeit erhält man einen qualitativ hochwertigen, höchstens mittelstarken Virginia, der das Geld allemal wert ist. Keine Sensation... da finden sich im Bereich der naturnahen Virginias sicherlich noch ganz andere Kaliber, aber in einem durchaus etwas größerem Kopf macht dieser Mac Baren Spaß!