Balvenie

Balvenie

Freitag, 18. April 2014

Kargl - Flake #3

Fast jedes „wirkliche“ Pfeifen- und Tabakfachgeschäft bietet Hausmarken an. Das suggeriert, dass man den Genusskunden in den aller meisten Fällen ernst nimmt. Bei Kargls in Recklinghausen ist das wohl so. Sehr erfreulich, dass sich in der naturnahen Nische ein Virginia-Flake findet. Lt. Beschreibung „mit zarten Zitrusanklängen, köstlich verfeinert mit einem milden Aroma von Waldhonig und reifer Orange“.

Nicht nur das Aussehen, sondern auch die angekündigten Zitrusnötchen erinnern an den „Golden Sliced“ von Orlik. Ein herrlicher, ganzer und mittelbrauner Strang befindet sich in der Dose. Zuletzt hatte ich so etwas bei der „Nr. 300“ von Kärnbach in Berlin bekommen. Ob es sich jetzt dabei um ein und denselben Tabak handelt, kann ich nicht mehr feststellen. Das weiß wohl nur der Hersteller.


Mit der bekannten Stopfmethode geht es los, aus der Dose kommen heuige Düfte und ein klein wenig Säure. Schon mit den ersten Zügen bin ich mir nicht wirklich sicher, ob es sich ausschließlich um Virginia-Tabake handelt. Neben der nicht zu aufdringlichen Süße verspüre ich ein Kribbeln auf der Zunge, leichtes piecken, mit einer ganz leichten Säuerlichkeit. Ähnlich wie beim „Golden Sliced“ etwas Perique? Ich weiß es nicht, aber ich würde drauf wetten. Falls nicht, dann ist es die Kunst des Tabakmeisters. Waldhonig und Orange? Nun, ich kann es erahnen, wenn ich die Pfeife erneut anzünde bzw. sanft nippe. Ohnehin fordert Kargls „Flake 3“ Aufmerksamkeit und verhaltenes Ziehen.

Wenn man das beherzt, dann bekommt man einen sehr soliden und mundigen, ganz, ganz leicht aromatischen Virginia-Fake, der den Gaumen schmeichelt und den Flakefan begeistert. Kein ganz leichter Bursche... das geht etwas über „mittelstark“ hinaus. Rauchen tue ich diesen Flake aus eher kleineren Köpfen und stets mit Filter. Qualitativ absolut hochwertig. Und wer zu Kargl hinein geht, ein Freund naturnaher Flakes ist, der zur Abrundung ein klitzekleines Aroma zulässt, der nimmt sich mindestens ein Döschen mit nach Hause. Klare Empfehlung... auch für den „Golden Sliced“-Raucher!


Samstag, 12. April 2014

Kargl - Hausmarke #13

Tief im Westen, nämlich in Recklinghausen, wird bei Pfeifen Kargl Genuss groß geschrieben. Vater Karl und Sohn Christopher haben sich seit ewig den Wünschen ihrer Kunden verschrieben. Man würdigt die Tradition, aber man geht auch mit der Zeit. Wer nicht vor Ort einkehren kann, der stöbert dann im ebay-Shop des Hauses. Es ist nur die logische Folge, dass Pfeifen Kargl auch eine Menge an Hausmischungen bereit hält. Die meisten dürften von Kohlhase & Kopp hergestellt sein. Da gibt es inzwischen eine großartige Range, über die man sich zunächst über einen professionell gestalteten Flyer informieren kann. Und man sieht schnell, dass für jede Geschmacksvorliebe etwas dabei ist.


Die „#13“ ist laut Beschreibung „ein mittelkräftiger Virginia und Broken Virginia mit einer Zitrusnote, angenehm abgerundet durch ein mild-liebliches Honig-Aroma“. Auch wenn die gebrochenen Flakestückchen sensationell in der Unterzahl sind, darf man der Prosa vollkommen zustimmen. Der Duft des überwiegend gerissenen Blattguts ist virginia-typisch heuig und dezent säuerlich. Das Tabakbild zeigt einen zumeist mittelbraunen Tabak, durchsetzt mit ein paar helleren Streifen. Perfekt konditioniert ist die Pfeife leicht gestopft. Es ist eine naturnahe Mischung, die genannte Zitrusnote kann man getrost als obligatorisch bezeichnen und das (angeblich) hinzu gefügte Honigaroma kann man insofern vernachlässigen, als es vermutlich eher zur Stabilisierung des Gesamtcharakters dient. Allerdings ist der Charakter stimmig. Wenn der Kopf nicht zu klein ist, dann öffnen sich feinste Virginia-Aromen. Mild, süßlich, sanft zur Zunge und Gaumen. Wer hingegen wie ein Ochse an der Pfeife zieht, bekommt halt heiße Finger, obwohl der Geschmack auch dann nicht einbricht. Von daher ist die „#13“ auch einsteigerfreundlich.

Und so raucht sich eine Füllung völlig unkompliziert runter, das Ganze in der Tat mittelstark, gleichbleibend und kontinuierlich im Geschmack, bis im Boden nichts als dunkelgraue Asche übrig bleibt. 18,10,-- EURO sind es, die man derzeit für 100 g auf den Tisch legt. Die sind gut angelegt, für einen unaufgeregten, aber qualitativ mehr als soliden Virginia. Insbesondere für den Einsteiger naturnaher Tabakmischungen, fern ab von künstlichen Aromen, zu empfehlen.