Balvenie

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Freitag, 6. März 2015

Ransom Riggs - Die Stadt der besonderen Kinder

Die Geschichte der "Besonderen Kinder" von Ransom Riggs geht also weiter. Die "Stadt der besonderen Kinder" beginnt da, wo der erste Teil aufgehört hat. Den Kindern gelingt in kleinen Booten die Flucht von der Insel Cairnholm. Jacob hat sich dazu entschlossen, bei der Gruppe zu bleiben. Mehrere große Probleme schleppen sie mit sich. Sie wissen nicht wohin, sie verfügen über keine Landkarte, die Nahrung ist knapp und ihre Headmistress, Miss Peregrine, wurde in einen Vogel verwandelt. Einzige Chance einer Befreiung ist das Finden einer anderen Mistress, die jedoch alle von den sog. Wights gefangen oder getötet wurden. Wir erinnern uns: Jede Zeitschleife hat seine eigene Mistress ("Ymbryne"). Vielleicht gibt es einen Ort, an den die Hollowgasts und Wights noch nicht gelangt sind. Als sie auf den Pfeiferauchenden Hund Addison treffen, erfahren die Kinder, dass die Mistress Miss Wren aus eigenen Stücken ausgezogen ist, um zu retten, was zu retten ist, und schnell wird klar, dass sie die Einzige ist, die Miss Peregrine noch helfen kann. Für die Suche bleibt Jacob und seinen Freunden nicht viel Zeit, die Spur führt nach London in den Kriegswirren des Jahres 1940. Dabei schlittern die besonderen Kinder auf ihrer Abenteuerreise durch zahlreiche Zeitschleifen, jede mit ihren eigenen Kreaturen und Welten.



Auch in der Fortsetzung überleben die Kinder teilweise nur durch ihre Besonderheit und selbst Jacob scheint einer von ihnen zu werden. "Die Stadt der besonderen Kinder" ist sicherlich ein Jugendroman, der aber auch Erwachsenen großes Lesevergnügen bieten kann. Es handelt sich zweifellos um eine Art Fantasy, ohne Zwerge, Drachen und Elfen. Dafür hat Ransom Riggs seine ganz eigenen Guten und Bösen geschaffen, in einer Welt, die das eigene Vorstellungsvermögen fordert. Die Geschichte über Freundschaft und gegenseitige Unterstützung, auch über Mut und Furcht, liest sich flüssig mit einer rasanten Handlung.

Es ist für das Gesamtverständnis hilfreich, wenn man den Einstieg ins Abenteuer, "Die Insel der besonderen Kinder" aus dem Jahr 2011, gelesen hat. Einige Geheimnisse und Hintergründe über die Existenz der Besonderen und die Funktionalität der Zeitschleifen, die im Erstling offen geblieben sind, werden in der Fortführung gelüftet. Der Wechsel vom PAN-Verlag zu Knaur hat der schönen Aufmachung der Fortsetzung nicht geschadet. Das Cover ist erneut sehr ansprechend und einladend, erneut gibt es zahlreiche historisch anmutende Bilder, die das Geschehen ergänzend verdeutlichen (Ransom Riggs hat die Storyline gekonnt um die Bilder herum aufgebaut). Gegen Ende öffnet sich eine immer größere Welt, die dem Autor erneut die Möglichkeit lässt, dass Abenteuer der besonderen Kinder fortzuschreiben. Gute Unterhaltung für Jugendliche und Erwachsene sowie überdurchschnittliche Fantasy.

479 Seiten
ISBN-10: 3426653583
ISBN-13: 978-3426653586
erschienen am 02. Februar 2015
übersetzt von Silvia Kinkel

Knaur Verlag